Montag, 17. August 2015

Wie ich Casper bei 1LIVE traf - A story by me!

Hi hello ich bin mit was gaaaanz Besonderem zurück, weil so unfassbar viele danach gefragt haben!


Wie vielleicht einige schon wissen, wurde ich vor bald schon 2 Jahren zu 1LIVE eingeladen, weil ich bei einem Gewinnspiel mitgemacht habe. Bei diesem Gewinnspiel ging es darum, dass wir unsere Hinterland-Geschichte an die Redaktion schicken sollten.
Und naja. Ich hab dann auch geschrieben.

Nachts um 2 Uhr. Als eine Freundin bei mir übernachtet hat. Und geheult hab ich wie ein Schlosshund! Das war am 5.10.2013.

Am 7.10.2013, einem Montag, hatte ich natürlich regulär Unterricht und war enttäuscht, dass ich bisher noch nicht von 1LIVE benachrichtigt wurde und nicht gewonnen hatte, weil das Treffen nun mal an diesem besagten Tag stattfinden sollte und naja, wer rechnet schon damit, dass man im Laufe des Tages erst Bescheid bekommt, ob man gewonnen hat oder nicht?! Ich hatte damit zumindest nicht gerechnet.

Ich hatte in der 5. und 6. Stunde Literatur in unserem Theaterkeller – wo ich NATÜRLICH keinen Handyempfang hatte.
Nach dem Unterricht habe ich dann auf mein Handy geschaut und hatte 5 (!) Anrufe in Abwesenheit von einer mir unbekannten Nummer, ich habe aufgrund der mir bekannten Kölner Vorwahl sofort gewusst, dass das 1LIVE war und hätte heulen können, weil ich nicht abgenommen habe.

Ich bin dann also mit meinen Freunden in die Mensa zur Mittagspause und habe vor Enttäuschung natürlich keinen Bissen runterbekommen. Eine Freundin hat dann einfach aus Spaß bei 1LIVE angerufen und meinte dann keine Minute später “DIE RUFEN DICH GLEICH WIEDER AN!” und ich dachte natürlich die will mich verarschen, aaaber tatsächlich wurde ich dann ein paar Sekunden später für den Abend eingeladen, das war erst mal der größte Teil des Herzinfarkts an dem Tag. Schlimm war dann nur das Überreden meiner Eltern. Ich war so aufgeregt als ich meine Mutter auf der Arbeit angerufen hatte und so gestresst wie sie war meinte sie natürlich, dass ich nicht hin darf, weil ich am nächsten Tag Schule hätte und das ja bis 23 Uhr gehen würde und und und. Dann hieß es „Ruf deinen Vater an.“.

Also hab ich Papa angerufen.

Papa stand (natüüürlich) auf Mama's Seite und vertröstete mich darauf, dass wir das besprechen würden, wenn wir alle wieder Zuhause sind.
Und jetzt geht mal mit diesen Gedanken in zwei weitere Schulstunden. Ich hab 1LIVE natürlich sofort zugesagt und absagen konnte ich auf keinen Fall.
Als ich dann Zuhause auf meine Eltern getroffen bin, gab es das groooße Geheule, ich habe mich tatsächlich noch nie mit meinen Eltern richtig gestritten, aber an dem Nachmittag...uff uff uff.
ABER RATET MAL, WER DANN DOCH DIE ZUSTIMMUNG SEINER ELTERN BEKOMMEN HAT EINE EINMALIGE CHANCE CASPER ZU TREFFEN WAHRZUNEHMEN (nachdem die Mutter bei 1LIVE 'ne viertel Stunde mit einem Mitarbeiter telefoniert und diskutiert und sich versichert hat, dass es 1LIVE auch wirklich gibt und ich da nicht verschleppt und umgebracht werde)?!?!?!?!
RICHTIG! ICH!

Wir sind dann also wenig später zu 1LIVE gefahren und ganz ehrlich, ich hätte kotzen können vor Aufregung und Freude und weil dieser ganze Tag einfach viel zu viel war, ich die Nacht davor nur 4 Stunden geschlafen hab und naja. Ich durfte Casper treffen.
Als meine Mutter mich abgesetzt und wir uns verabschiedet hatten, wurden wir erst mal etwas vorbereitet und wir wurden darauf hingewiesen, wie der Ablauf ist, wann wir Zeit hatten nach Fotos und Autogrammen zu fragen etc.
( Kleine Bemerkung am Rande: 1LIVE beschäftigt die mit Abstand nettesten und schönsten Mitarbeiter!)

Danach sind wir in das Studio gegangen und haben uns auf das Sofa gesetzt. Dazu muss ich sagen, das 1LIVE Studio ist (bekanntlich?) komplett verspiegelt, man kann praktisch wenn man vor der Eingangstür steht in das Studio reingucken.
Und dann begann das große Warten, ich war gefühlte 20 Mal vorher auf Klo, weil ich so nervös war. Und als dann die Tür aufging und Ben durch die Tür kam war die Aufregung so schnell verschwunden, dass ich gar nicht mehr richtig darüber nachdenken konnte.
Er hat sich vorgestellt, uns die Hand gegeben und seinen bekannten Knicks gemacht und dann ging’s auch schon los.

Ich war so totmüde vom Tag, dass ich ohne Ende Cola in mich reingeschüttet habe und Ben und ich haben so ein Wettrennen gemacht mit “Wer schläft als Erstes ein”. Er hatte so einen kleinen Korb mit mehreren Getränken und Snacks neben sich stehen, den er von 1LIVE bekommen hatte und hat mir dann sogar seine Cola angeboten, als er gemerkt hat, dass ich ungefähr 30 Mal in 5 Minuten gegähnt hab. Süß!

Zwischen den Interviews, als die Songs vom Album gespielt wurden, hatten wir viel Zeit mit ihm zu quatschen. Ich habe ihn zum Lasagneessen bei mir Zuhause eingeladen (die Einladung hat er übrigens angenommen und steht immer noch, mein Vater fragt immer noch „Wann kommt eigentlich der Kaspar zum Essen?“), er hat sich über Bonn lustig gemacht, weil das ja mal die deutsche Hauptstadt war und jetzt...eben nichts mehr...und wir haben sehr sehr viel über Musik und Musiker gesprochen. Es war wirklich alles sehr sehr herzlich und offen und freundlich und die Moderatorin war auch super!
Dann war ich dran und musste mein Interview geben und ich war SO aufgeregt und SO müde und SO emotional, weil die Geschichte, die ich eingereicht habe...ok Moment, ich schreib sie kurz zusammengefasst hier auf:

Es ging im Großen und Ganzen darum, dass ich geschrieben habe, dass mir Casper's Musik sehr sehr viel Kraft gegeben hat, als ich in der Schule gemobbt wurde. Ich hab ihm gesagt, dass ich damals immer seine alten Songs wie 'Unzerbrechlich' und 'Kreis' gehört und mich an ihnen orientiert habe und sie mich ein Stück weit zu dem gemacht haben, was ich heute bin. Ich hab durch seine Musik einfach gelernt, mich selbst ein Stück weit mehr zu akzeptieren so wie ich bin und bin stärker geworden. Was das jetzt mit Hinterland zu tun hat fragt ihr?

Ich wohne in einer kleinen Stadt in der Nähe von Köln und die ist mein Hinterland. Jeder kennt jeden, jeder redet über jeden und jeder tut so als wäre er mit jedem befreundet, obwohl das eigentlich ganz und gar nicht der Fall ist. Außerdem hab ich mich bei meiner Geschichte nicht auf Hinterland als Ort, sondern auf Hinterland als ein ausdrucksstarkes Album bezogen.

Naja, weiter geht’s.

Ich habe ihm also erzählt, dass mir seine Musik viel Kraft gegeben hat, dass er mir sehr geholfen hat und Songs wie ‘Unzerbrechlich’ mich stark gemacht haben etwas zu ändern.
Er wirkte so überrascht, dass er nur am Grinsen war und sich tausend Mal bedankt hat.
Als ich dann erzählt hatte, dass ich gemobbt wurde, entstand folgenes Gespräch:
Ich: “Und naja ich wurde halt gemobbt…”
Ben: “Boah was? Sollen wir mal dahin und dem auf’s Maul hauen?”
Ich: “Das war ein Mädchen..!”
Ben: “TROTZDEM!”

Und dann war ich irgendwie kurz vor’m Weinen, nicht weil ich Mitleid wollte, das hatte ich in der damaligen Situation nicht mehr nötig, ich bin darüber so gut wie hinweg. Aber es war so aufwühlend dem Menschen, der dir sozusagen aus dem tiefsten Loch der Welt raus geholfen hat und dich „gerettet“ hat, all das zu erzählen, dass ich einfach nicht anders konnte.

Und dann hat er mich für 'ne Sekunde angesehen mit diesem Blick, der mir gesagt hat, dass es ihm leidtut und dann hat er es mit diesem „Sollen wir mal dahin und dem auf's Maul hauen?“-Satz geschafft, mich wieder zum Lachen zu bringen und ich danke ihm da heute noch für, sonst hätte ich wahrscheinlich vor versammelter Mannschaft (und ungefähr 24383945305 Radiozuhörern) angefangen zu heulen und wow wäre das peinlich gewesen!

Nach dem Interview habe ich ihn noch von allen Twittermenschen gegrüßt, wir haben noch über Tumblr gesprochen und Ed Sheeran (den er damals nicht kannte übrigens, ich meinte dann er soll sich mal was anhören und er hat versprochen das zu tun UND DANN TWITTERT ER VOR EIN PAAR WOCHEN EINFACH EINEN ED SHEERAN REMIX ihr könnt euch vorstellen, wie sehr mich das gefreut hat) und über Y-Titty und 'Die Lochis’ - am Besten ihr fragt nicht nach, die Geschichte war eigenartig und ich versuche das zu verdrängen (Er meinte eigentlich nur, dass er die Lochis kennt und lustig findet, aber allein das...naja gut.).

Vor dem letzten Song gegen viertel vor elf abends durften wir dann Fotos machen und Autogramme holen und da sich von den Älteren niemand wirklich getraut hat ihn anzusprechen, habe ich halt angefangen, wir haben zwei schicke Fotos - auf denen wir beide nur minimal übermüdet aussehen - gemacht und ich habe ihn mein Album unterschreiben lassen und habe ihn sogar noch gefragt, ob er mir 'Unzerbrechlich’ darauf schreiben könnte. Und er hat mich angelächelt, genickt und “Klar!” gesagt.
Ich habe ihm natürlich nicht erzählt, was ich damit vorhatte, aber 2 Jahre später, 2 Wochen nach meinem 18. Geburtstag (vor nun schon fast 5 Monaten) hab ich mir eben dieses Wort tättowieren lassen.

Und bevor jetzt alle ankommen und sagen „Du bist so ein Fangirl, das wirst du noch bereuen, wenn du alt bist!“ - für euch habe ich nur eine einzige Antwort.
Es ist mir scheißegal, was ihr denkt. Es ist MEIN Leben und MEINE Entscheidung und wenn ich mit diesem Wort und mit diesem Menschen eine wichtige Zeit in meinem Leben verbinde, die mich für immer geprägt hat, wieso sollte ich sie dann nicht auf meiner Haut verewigen dürfen? Mit welchem Recht nimmt mir jemand das Recht mit meinem Körper das zu tun, was ich für richtig halte? Oh richtig. Niemals. Und nur zur Info. Mein 2. Tattoo ist auch ein Songzitat in der Handschrift eines meiner Lieblingsmusiker und besten Freunde. Wieso? Weil ich es toll finde. Weil ich später meinen Kindern sagen kann „Schaut mal, das hab ich mir mit 18 stechen lassen als Zeichen dafür, dass ich stärker bin, als alles, was versucht hat, mich umzubringen. Ich habe es geschafft stark zu bleiben, durch die Musik und durch meine Familie und ganz genau dafür steht dieses Tattoo.“
Zudem finde ich, dass es persönlicher ist sich ein Songzitat in der Handschrift des Verfassers tättowieren zu lassen, wenn man es machen möchte. Ist aber natürlich nur meine Meinung.

Auf jeden Fall ist hier ein Bild davon. Ich will keine Kommentare dazu lesen und ich will nicht für meine Entscheidungen verurteilt werden, also schaut es euch an und behaltet eure Meinung für euch, wenn es um meine Tattoos geht kann ich nämlich sonst auch schon mal ganz schön eklig antworten. :)



Uuuund das war's eigentlich auch schon. Ich hoffe ihr hattet Spaß das hier zu lesen, ich frag mich ja immer noch, wieso das so viele interessiert, ich bin so viel Zuspruch auf einmal nicht unbedingt gewohnt, aber freue mich unheimlich darüber und um ehrlich zu sein war ich gerade auch wieder etwas sentimental und habe melancholisch zurückgeblickt, als ich diesen Blogpost geschrieben habe, also danke an alle, die sich den gewünscht haben.
Ich bin 1LIVE und Benjamin sehr sehr dankbar, auch, wenn er sich vielleicht nicht an mich erinnert oder mich mit Namen kennt. Er ist wirklich einer der nettesten, höflichsten, lustigsten und zuvorkommendsten Menschen, die ich jemals kennenlernen durfte und ich bewundere ihn seit dem Tag nicht nur für seine Musik und seine Gabe und sein Talent anderen Menschen mit seiner Musik zu helfen, sondern auch für seine Art mit "Fans" umzugehen. Der Tag und sein Zuspruch haben mir unfassbar viel Kraft gegeben weiterzumachen und weiter durchzuhalten und mir ist egal, was andere davon halten.


PS.:
Hier noch unser super total tolles mega wunderschönes sagenhaftes modelgleiches Foto auf dem wir beide überhaupt nicht müde aussehen!!! Mutti würde jetzt sagen „Kind, jetzt steh doch mal gerade!“, sorry Mama, zu spät.




PPS.: 
Wenn ihr's bis hier hin geschafft habt - Applaus! Hier könnt ihr euch, wenn ihr Bock und viel Langeweile habt, meinen Durchbruch bei 1LIVE auch nochmal selbst anschauen (bin ab 31:48 zu sehen!):


Mittwoch, 29. Juli 2015

Zukunftsangst

Ich bin zurück ich bin zurück ich bin zurück!

Und das mit einem Thema, das mich schon immer sehr beschäftigt hat, jetzt aber noch intensiver in den Vordergrund meines Lebens getreten ist.
Zukunftsangst.
Seit ich mit der Schule fertig bin und mich für einen Studienplatz beworben hab, ist mein Leben irgendwie etwas schwammig, ich hab seit 4 Monaten keine Schule mehr und lebe eigentlich nur von einem langweiligen Tag zum nächsten.
Bedeutet also gaaanz viel Zeit, um über sich, sein Leben und die Zukunft nachzudenken! Auch gerne (eigentlich immer) nachts, wenn ich eigentlich schlafen sollte.

Zukunft ist so 'ne Sache für sich. Ich denke immer 'Ich bin jung, ich will was erleben, ich will mir keine Sorgen machen müssen!', aber irgendwie bleibt das einfach nicht aus. Ich hab keine Ahnung, was ich später machen will, ob ich überhaupt schnell eine Arbeit finde, wann und ob ich bei meinen Eltern ausziehe und auf eigenen Beinen stehe und und und. Ich will, dass das alles ganz schnell und am besten gestern passiert, aber so läuft's eben nicht.

Wenn ich an meine Zukunft denke, schau ich eigentlich ins Ungewisse und das macht mich wirklich nervös. Und ich weiß, dass sich jeder in meinem Alter, egal ob jünger oder älter, ganz genauso fühlt.
Man muss schon so unfassbar früh entscheiden, was man später machen möchte, welchen Beruf man erlernen möchte, womit man sein gesamtes Leben verbringen will. Wir sollen mit 16, 17, 18 Jahren einfach schon wissen, was das Richtige für uns ist, aber wie soll das funktionieren?
Was ist, wenn ich in 5 Jahren bei der Polizei arbeiten will oder wenn mich dieses ganze Entscheidungentreffen so überfordert, dass ich irgendwann einfach ausbreche und abhaue?

Niemand kann mir die Sicherheit geben, dass ich nicht doch die falschen Entscheidungen treffe und das ist eben genau das, was mich so unsicher macht. Ich schiebe die wichtigsten Entscheidungen immer so weit auf, bis ich aufgrund der Last-Minute-Stresssituationen weinend und zusammengekauert auf meinem Boden liege und mein Leben verfluche. Das klingt banal, aber ich habe wirklich Angst die falschen Entscheidungen zu treffen und deswegen versuche ich einfach...sie so spät wie möglich oder eben gar nicht zu treffen. Oder ich kann mich nach etlichen Stunden/Tagen/Wochen/Monaten Aufschieben und hin- und herüberlegen doch auf etwas festlegen. Und in der ganzen Zeit habe ich immer diese Zukunftsangst im Kopf, permanent, 24/7. Die steckt permanent irgendwo ganz weit hinten in meinem Kopf und ich versuche sie ständig in einer Schublade zu verstauen, aber kennt ihr das, wenn ihr viel zu viel Müll in einer Schublade habt, der überhaupt nicht da rein gehört, und ihr bekommt diese verdammte Schublade einfach nicht zu, egal, wie oft ihr es versucht? So ist das bei mir.

Mir sagen immer wieder Menschen „Man jetzt denk doch nicht so viel nach!“ oder „Du denkst dich noch kaputt!“ oder „Man kann sich Probleme auch machen, wenn man gar keine hat!“.
Und ich sitze dann da und denke mir, ja gut, danke, das weiß ich auch. Aber anstatt zu versuchen mich mit irgendwelchen Fakten, die ich selbst schon längst erkannt habe, vollzuquatschen, wäre ein Rat mal ganz nützlich. Und ganz genau da ist der Punkt. Niemand hat einen Ratschlag dafür. Niemand kann dir das perfekte Rezept dafür geben, wie du ohne irgendwelche Ängste leben sollst, weil die meisten davon vielleicht im Laufe deines Lebens in den Hintergrund treten, aber dennoch irgendwie immer da sind und das eigentlich immer.

Aber das ist genau wie mit Menschen, die man nicht leiden kann. Man ändert diese Menschen nicht, man kann nur seine eigene Einstellung ändern. Mit Ängsten ist das meiner Meinung nach sehr ähnlich. Egal, ob es Zukunftsangst ist oder die Angst zu sterben oder Höhenangst oder 'ne Spinnenphobie. Die Ängste können vielleicht durch esotherischen Kram irgendwie „verschwinden“ oder durch Therapien aufgearbeitet werden. Aber verschwinden werden sie nicht, man muss einfach lernen damit umzugehen.

Ich für meinen Teil bin mit meinen 18 Jahren auf jeden Fall noch nicht so weit, dass ich sagen kann, dass ich ganz genau weiß, was zu tun ist, wenn mich mal wieder 'ne Panikattacke überrascht. Und selbst meine Geschwister (alle in ihren Dreißigern) und meine Eltern haben immer noch Zukunftsängste. Das liegt einfach an dieser schnelllebigen Zeit, in der wir uns befinden. Zeit ist so kostbar und wertvoll, weil sie so schnell vergeht. Und zack, plötzlich ist die Zukunft nicht mehr Zukunft, sondern Gegenwart.

Es strömen heutzutage so viele Dinge auf uns Kinder und Jugendliche ein, Medien, Trends, Pubertätsprobleme und dann soll man auch noch lebenswichtige Entscheidungen treffen? Das kann überhaupt nicht funktionieren.

Wenn ich jetzt mal versuche, das ganze Thema irgendwie zusammenzufassen...komme ich eigentlich zu keinem wirklichen Ergebnis.
Ich denke man merkt, dass mich dieses Thema persönlich irgendwie sehr belastet und ich derzeit selbst nicht genau weiß, wie ich damit umgehen soll, ich hoffe einfach, dass ich lerne damit umzugehen, wenn ich älter werde und dass sich das Problem oder die Angst an sich einfach von selbst irgendwie...naja nicht auflöst, aber dass sie einfach irgendwann in die Schublade passt und dass ich die Schublade dann auch schließen und öffnen kann, wenn ich gerade mal nicht versuche zu schlafen.

Bis dahin...keine Ahnung. Erwartet in diesem Blogpost am besten auch keine Ratschläge von mir, weil ich in diesem Fall sogar selbst welche vertragen könnte.

Ich hoffe, euch hat dieser Blogpost gefallen und dass er vielleicht auch einige von euch angesprochen hat. Ich will nur, dass ihr wisst, dass ihr mit euren Ängsten nicht alleine seid und dass darüber reden hilft. Wenn alles zusammenzubrechen scheint, wenn eure Ängste euch irgendwie übermannen, dann redet darüber. Mit einer Person eures Vertrauens oder mit einer völlig fremden Person. Oder mit mir.

So, das war's jetzt aber wirklich. Biiis zum nächsten Mal!


Loooooove,


Vivi.

Montag, 29. Juni 2015

Freundschaft

Freundschaft.

Wenn ich das Wort höre, fallen mir sofort Attribute ein, die ich damit verbinde:
Vertrauen, Blödsinn machen, spontan sein, die gleichen Interessen vertreten, einfach auf einer Wellenlänge sein.

Ich hab in meinem bisherigen Leben nicht wirklich viele Menschen kennengelernt, die ich als Freunde bezeichnen würde. Nicht, weil ich sie nicht leiden kann, sondern einfach, weil da nichts ist, das uns "verbindet".

Ich hatte eine Kindergartenfreundin, eine Freundin in der Grundschule, eine Freundin auf meiner zweiten Grundschule und drei Freundinnen auf der weiterführenden Schule und irgendwie bin ich mit fast allen auf's Maul geflogen.

Ich bin ein Mensch mit chronischem Helfersyndrom, ich liebe es Menschen glücklich zu machen und vergesse dabei mein eigenes Wohl viel zu oft und ich kann das wahrscheinlich niemals abstellen, weil's halt einfach Teil meines Charakters ist. Wäre ja auch alles schön und gut, jedoch haben meine bisherigen Freundschaften immer mit Vertrauensbrüchen geendet, weil ich permanent ausgenutzt wurde und mich meine "Freundinnen" immer nur dann angesprochen haben, wenn sie mal wieder einen Rat brauchten. Hatte ich mal ein Problem, wurde das natürlich gekonnt ignoriert und das Thema gewechselt.

Ich denke, dass mein Problem ist, dass ich auch einfach...anders, komplizierter bin als andere. Ich rauche nich, ich trinke keinen Alkohol, ich bin tätowiert, ich gehe gerne auf Konzerte, ich achte nicht darauf, welches Essen ich esse und ob das jetzt gesund ist oder nicht und sportlich bin ich auch nicht. Ich bin halt einfach...anders.
Wenn ich mich mit meiner derzeitigen Clique vergleiche, frage ich mich, ob ich der einzige Mensch bin, der lästern hasst und wenn ich es mir recht überlege - ich würde keinem einzigen von ihnen je ein Geheimnis anvertrauen. Und genau da ist ja der Punkt. Wenn man zwar Zeit miteinander verbringt, sich aber nicht vertraut; ist das dann nur so 'ne Zweckbekanntschaft, weil man ja irgendwo soziale Kontakte haben muss oder ist das wirklich Freundschaft? Für mich persönlich ist die Antwort darauf eindeutig.

Alles, was ich mir wünsche, ist ein Mensch, mit dem ich auch mal wieder 5 sein kann, mit dem ich spontan irgendwas unternehmen kann, ein Mensch, der 100€ für mich ausgeben würde, weil sie weiß, dass ich gerne auf ein Festival oder ein Konzert gehen würde, aber alleine nicht gehen möchte und sie kommt trotzdem mit, einfach weil das beste Freunde so machen würden, um den anderen glücklich zu sehen. 

Wenn man bei Freundschaften immer wieder irgendwie verletzt wird, hat man aber auch irgendwann einfach keinen Bock mehr. Ich mein, ich würde wirklich alles tun, um meine Freunde glücklich zu machen, und was bekomme ich zurück, wenn ich mal eine Schulter zum Ausweinen brauche? Ein "Du willst ja sowieso nur Aufmerksamkeit." oder ein "Das schaffst du schon alleine.". Danke für Nichts, wirklich. Und da wundern sich alle, wieso ich irgendwann alle Menschen von mir stoße, wenn sie mir zu nahe kommen. Ist ja logisch, ich hab einfach Angst verletzt zu werden. Mal wieder.

Was ich in den letzten Jahren gelernt habe, ist, dass man Menschen, die einem nicht gut tun, aus seinem Leben streichen muss. Es hört sich hart an, aber Freunde kommen und gehen, Kindergartenfreundschaften sind etwas sehr sehr Wertvolles und Besonderes und Seltenes und ich hätte sowas wirklich auch gerne, aber ich schätze, ich bin einfach nicht der Typ für lang anhaltende Freundschaften. 

Mir sagen viele Menschen immer wieder, dass ich zu ehrlich bin und dass ich deswegen meistens viele vor den Kopf stoße. Aber wo ist denn da der Sinn? Ist man ehrlich, ist man scheiße, lügt man, um den anderen zu schützen und nicht zu verletzen, ist man scheiße, ist man spontan, ist man scheiße, ist man nich spontan, ist man scheiße. Da frag ich mich wirklich, was Menschen eigentlich alles verlangen. Ich sage nicht, dass meine Ansprüche klein sind, auf keinen Fall. Jeder sucht doch irgendwo einen Freund oder eine Freundin oder beides, der oder dem man vertrauen kann und bei dem man man selbst sein kann. Aber dennoch: Wie soll man sich eigentlich noch verhalten, um nicht vor den Kopf gestoßen zu werden und um ein guter Freund oder eine gute Freundin zu sein? 

Ich hatte mal eine Freundin, die mir permanent die Ohren wegen ihrem Freund vollgeheult hat, ich stand ihr immer zur Seite und hab sie unterstützt. Und das beruhte auch auf Gegenseitigkeit. Aber irgendwann fing es an, dass ich nur noch gut genug war, wenn ihre anderen Freundinnen keine Zeit hatten, ich wurde als "dumm" und "scheiße" und "egoistisch" bezeichnet, es wurden Gerüchte von ihr über mich verbreitet, die mir in meiner Clique heute noch auf die Nase gebunden werden, obwohl eigentlich niemand die wirkliche Geschichte kennt. Und da kommt wieder die Frage auf: Ist das noch Freundschaft?

Ist es noch Freundschaft, wenn man weiß, dass seine eigenen Freunde hinter deinem Rücken über dich reden und die tatsächlich denken, man wüsste das nicht?
Ist es noch Freundschaft, wenn man in einer Gruppe zwar akzeptiert, aber trotzdem nicht anerkannt, sondern nur geduldet wird? 
Ist es noch Freundschaft, wenn sich keiner deiner sogenannten "Freunde" traut, ein Problem, das sie mit dir haben, zu besprechen? 
Ist es noch Freundschaft, wenn dich deine "Freunde" immer wieder und wieder und wieder verletzen und das von allen anderen einfach...totgeschwiegen wird?
Und ist es noch Freundschaft, wenn man aufgrund seiner "Freunde" so manche Tränen vergießt?

Nein. Das ist keine Freundschaft mehr.

Mein persönliches Problem ist aber einfach, dass ich nicht einfach sagen kann "Nö ich hab kein Bock mehr auf euch." oder "Nö ich such mir neue Freunde.", weil ich nicht will, dass das Auswirkungen auf die ganze Gruppe hat. Ja da sieht man wieder mein Helfersyndrom hindurch scheinen.

Ich verlange doch wirklich nicht viel, wirklich nicht. Ich versuche meine Ansprüche runterzufahren. Alles, was ich möchte, ist ein Mensch, dem ich vertrauen kann. Aber ich glaube, dass selbst dieser Anspruch heutzutage viel zu hoch ist. Und das ist so so so traurig.

Das klingt jetzt vielleicht naiv und dumm, aber mein einziger richtig guter Freund ist die Musik. Musik war immer für mich da, Musik hat mich immer wieder aufgebaut, ich kann Musik vertrauen und eigentlich erfüllt sie alle Kriterien, die ich in einer besten Freundin suche.

One Good Thing About Music Is When It Hits You, You Feel No Pain.

Dieses Songzitat - eigentlich von Bob Marley- ist für immer auf meiner Haut verewigt und verdeutlicht das, was ich in meinem bisherigen Leben erfahren habe, zu 100%. Ich habe es mir in der Handschrift von Jared Evan tätowieren lassen, einem amerikanischen Singer-Songwriter, der mir in der kurzen Zeit, in der ich ihn erst kenne, mehr geholfen hat, als alle meine Freunde zusammen. Durch seine Musik und durch privates Zeug, das hier nichts zur Sache tut. Aber da sieht man mal wieder, die besten Menschen wohnen viel zu weit weg.

Ich habe durch Twitter so viele Menschen kennengelernt, die ich Freunde nennen darf, denen ich zwar nicht zu 100% vertraue, aber vielleicht zu 90% und ich finde das ist eine Leistung. Wahrscheinlich funktionieren diese Freundschaften auch nur, weil sie auf Distanz sind, aber hey, immerhin hab ich irgendwen mit dem ich mal reden kann. Wenn nicht im realen Leben, dann halt über's Internet mit Menschen, die in Belgien, England, Amerika, Holland und Frankreich leben. 

Ich bin in den letzten paar Tagen wirklich traurig, weil mir wieder bewusst geworden ist, dass ich irgendwie keinen Menschen hab - abgesehen von meinen Eltern und meinen Geschwistern - bei dem ich ich selbst sein kann ohne verurteilt zu werden und ich würde mir das wirklich wirklich wünschen. Ich bin mir aber auch absolut sicher, dass es besser ist sich von Menschen zu trennen, die nicht gut für dich sind. Jeder von uns ist es wert für das gewertschätzt zu werden, was er ist und jeder ist es wert ein paar Menschen zu haben, die immer für einen da sind.

Ich habe diese Menschen leider noch nicht gefunden, aber ich bin zuversichtlich, dass sich da noch was entwickeln wird, ich bin schließlich erst 18 und erwarte wahrscheinlich viel zu viel von meinen Mitmenschen und dessen bin ich mir bewusst. Und trotzdem bin ich mir sicher, dass ich bald ein paar gute Freunde um mich haben werde. Ich hoffe es zumindest.

So das war jetzt ganz schön viel aber who cares, ich jedenfalls nicht! 

Ich hoffe euch gefällt mein sentimentales Gelaber über Freundschaften und vielleicht können sich ein paar von euch ja tatsächlich in dem Eintrag wiederfinden. Wenn jemand von euch mal quatschen will, einfach antwittern, ich läster gern mit euch mit und versuche euch wieder glücklich zu machen. 

Helfersyndrom halt.

Loooooove.

Vivi.

PS.: Ich hab den Eintrag jetzt nicht nochmal probegelesen, weil ich jetzt aus Frust 'n Eis essen will, lasst euch von kleinen Rechtschreib- und Grammatikfehlern also nicht stören!


Mittwoch, 24. Juni 2015

Vorurteile der heutigen Jugend gegenüber

Ich wurde schon häufig darauf angesprochen, ob ich nicht mal einen Blogpost über die Vorurteile der heutigen Jugend gegenüber schreiben könnte und tada! Jetzt endlich hab ich die Zeit gefunden mich mal hinzusetzen/hinzulegen mit frischen Früchten/einer Tafel Nussschokolade und mich in der Sonne meinen Gedanken hinzugeben/im Halbdunkel im Bett zu liegen und einfach möchtegernschlau daher zu schreiben. Wie immer also.

Eins der größten Vorurteile unter dem ich persönlich sehr leide ist dieses „Alle Jugendlichen saufen und rauchen und nehmen Drogen!“ Vorurteil. Ich mein. Wenn ich sage, dass ich noch nie eine Zigarette angerührt habe und es nicht vorhabe und wenn ich sage, dass ich aus gesundheitlichen Gründen und einfach aus Überzeugung keinen Alkohol und keine Drogen anrühre, ist die Antwort Erwachsener darauf immer ein abfälliges Lachen und ein „Ach das kommt noch, Jugendliche in deinem Alter wollen doch immer alles ausprobieren.“
Ja. Is’ ja schön für andere, ich fang trotzdem nicht damit an, nur weil das alle machen, mein Gott.

Ein weiteres Vorurteil:
Jugendliche hängen nur noch vor PC und Handy.
Natürlich hängen wir nur noch vor PC und Handy, aber anstatt das zu verurteilen, sollte man vielleicht mal die Gründe dahinter hinterfragen. 
Ich persönlich hab nie Bock gehabt, nach der Schule noch irgendwas zu unternehmen, alles was ich wollte war im Bett liegen und mich ausruhen. Weil Schule verdammt nochmal so anstrengend ist, dass viele (natürlich nicht alle) einfach keine Motivation mehr haben noch Sport zu machen oder mit dem Hund Gassi zu gehen. 
Zudem ist es bei mir zum Beispiel so, dass ich wenige Freunde in meiner näheren Umgebung habe, dafür aber umso mehr in ganz Europa und Amerika verteilt, weil ich sie durch’s Internet kennengelernt habe. Und mit denen würde ich auch gerne irgendwie in Kontakt bleiben. Außerdem leben wir nun mal in einer Medien- und Konsumgesellschaft in der man auf dem neusten Stand sein muss, weil man sonst ausgeschlossen wird. Also liegt die Schuld vielleicht nicht bei den Jugendlichen, die einfach in diese Gesellschaft reingeboren werden, sondern an der Gesellschaft an sich.
(Erwachsene wollen auch grundsätzlich immer nur dann was von einem, wenn man gerade vor dem Laptop sitzt oder jemandem eine Nachricht schreibt. Danke für nichts Zufallseffekt.)

Jugendlichen wird grundsätzlich vorgeworfen, sie würden ja verdummen und würden sich in keinen Themenbereichen richtig auskennen. 
Frage:
Wie soll man auch nur irgendwas behalten, wenn man jeden Tag 9 Stunden Schule hat und für Fächer sowieso nur kurzzeitlernt. Da KANN erst mal gar nicht viel hängen bleiben. Zweitens wird man in der Schule sowieso nur auf das Nötigste vorbereitet, weil auch einfach die Zeit nicht da ist, um auf jeden Lebensbereich ausreichend vorzubereiten. Also liegt auch hier die Schuld nicht bei den Jugendlichen, sondern an der Schulform unserer Gesellschaft.

Auch aufgefallen ist mir, dass wir ja sowieso als "faul“ und „respektlos“ und „uninteressiert“ und „gelangweilt“ betitelt werden. 
Danke für das Kompliment. Ist ja nicht so, als würde es uns Jugendlichen nicht sowieso schon schlecht genug gehen mit den ganzen normalen Pubertätsproblemen, nein, wir brauchen noch totaaal verständnisvolle und gestresste Erwachsene, die ihren Frust unbegründeter Weise an ihren Kindern oder sonst wem auslassen müssen.
Dieses Verallgemeinern von Dingen geht mir ja soweiso schon so auf die Nerven.
Nicht alle Jugendliche sind faul und selbst wenn sie es sind, haben sie es sich verdient auch einfach mal faul zu sein bei dem ganzen gesellschaftlichen Druck, dem sie tagtäglich ausgesetzt sind. Liegt aber auch immer ein bisschen an der Erziehung, ob das Kind jetzt im Haushalt hilft oder nicht. Wenn man seine Kinder ihr ganzes Leben lang verwöhnt, braucht man sich dann auchnicht wundern, wenn sie nichts tun und nicht mithelfen.
Und auch respektlos sind nicht alle Jugendliche, auch das liegt immer an der Erziehung der Eltern. Kinder lernen nicht von selbst respektvoll mit anderen umzugehen, das wird ihnen beigebracht und wenn nicht – ja. Dann ist das trotzdem nicht ihr Schuld.
Was mich auch total stört ist diese Gelaber über das Desinteresse der Jugend an der Politik. Ich kann zum Beispiel sagen, dass ich wählen gehe und dass ich mich vorher erkundige, welche Partei was unterstützt oder welcher Kandidat für was steht.
Ich denke einfach, dass es an dem Auftreten der Politik in der Öffentlichkeit liegt, dass sich so wenige Jugendliche dafür interessieren. Ich meine, wir leben in einer modernen Welt mit moderner Sprache und Mode und sobald ich so eine Politiksendung anmache zweifel ich daran, ob wir tatäschlich im21. Jahrhundert leben oder im 16.? Politiker tun ständig so, als wären sie was Besseres mit ihrer gehobenen Sprache, die sowieso kein Mensch versteht, und ihren Kostümen aus den 70er Jahren. Aber oh Moment, ihr seid nichts Besseres, weil ihr in der Politik seid, ihr führt zwar ein Land, aber ihr seid dennoch nur Menschen wie alle anderen auch und dementsprechend sollte man sich auch verhalten. Man sollte sich der modernen Gesellschaft anpassen und einfach mal etwas lockerer werden, weil nur das die Jugend anspricht. Sicher sollte man seine Loyaylität vertreten und Respekt bei seinem Volk hervorrufen, aber beim besten Willen, das geht auch anders.

Wenn man das jetzt mal zusammenfasst, kann man doch ganz einfach sagen, dass die meisten Vorurteile der heutigen Jugend gegenüber zwar teilweise zustimmen. Ignoriert wird aber gekonnt der Fakt, dass wir eben nur Jugendliche sind, die auch mal rebellieren wollen, die unwissend und naiv sind und die einfach noch sehr viel lernen müssen! Das sollten sich einige Erwachsene mal vor Augen führen, sie sind diejenigen, die uns auf unseren, auf den richtigen Weg führen müssen und die uns beibringen Respekt zu haben und im Haushalt zu helfen, weil das nun mal selbstverständlich sein sollte.
Aber wenn wir mal keine Lust haben etwas zu tun oder einfach drei Tage faul im Bett liegen dann lasst uns bitte, weil wir uns das auch einfach mal verdient haben. Es gibt immer ein gesundes Faulsein, aber viele vergessen das in dieser hektischen und gestressten Welt. Obwohl es gar nicht verkehrt ist sich mal eine Auszeit zu gönnen.

Viele Erwachsene verstehen einfach nicht, dass Jugendliche eben einfach noch jung sind und erwarten viel zu viel von uns, aber wir sind keine Maschinen, sondern nur Menschen und dieses ganze Unterdrucksetzen hilft uns nicht wirklich dabei, uns in die richtige Richtung zu entwickeln. 

Also bitte BITTE versucht doch einfach mal euren Stresspegel etwas runterzufahren liebe Erwachsene und stattdessen Verständnis zu zeigen. Man kann uns auch nett auffordern etwas zu tun, da muss man nicht gleich verallgemeinernd sagen, dass „du wie jedes andere Kind in deinem Alter" bist. Wo ist denn da schon wieder die Individualität geblieben??? (*verweist unauffällig auf einen ihrer letzten Blogposts über Individualität*)


Also dann, das war’s mal wieder mit dem Blogpost, biiis zum nächsten Mal!


Vivi.

Sonntag, 14. Juni 2015

Feminismus

Feminismus. Wenn manche das Wort Feminismus auch nur hören, bekommen sie schon einen hochroten Kopf, sie wollen sich die Haare ausreißen und fangen direkt das Diskutieren an. Aber wieso hat Feminismus eigentlich einen so schlechten Ruf?
Insbesondere in Deutschland scheint es viele Menschen zu geben, die sich gerne über alles und jeden aufregen. Auch, wenn sie überhaupt nicht das Recht und absolut keine Ahnung haben. Ich persönlich denke, dass ich, wenn ich jetzt auf die Straße gehen, jemanden ansprechen und fragen würde „Was ist eigentlich Feminismus?“ oder „Bist du Feminist?“, nur abwertende Bemerkungen, Rumgestotter oder Sätze wie „Kein Kommentar“ als Antwort bekommen würde.
Dabei ist es gar nicht so schwer zu verstehen, was Feminismus eigentlich ist.

Feminismus bedeutet einfach, dass Frauen und Männer in allen Lebenslagen gleichberechtigt sind. Das Ende von Sexismus und das Einsetzen für Menschenwürde und Akzeptanz wird angestrebt.

Und meine Frage ist nun: Wieso zum Teufel gibt es tatsächlich Menschen, die sich gegen Feminismus einsetzen, wieso versuchen Männer dieser Gleichberechtigung entgegenzutreten? Wieso ist es überhaupt so ein großes Thema, wenn jemand feministisch denkt und handelt, wieso ist das nicht längst schon zur Normalität geworden?

Frauen werden grundsätzlich als Sexobjekt gesehen. Klingt hart, ist aber so.
Frauen verdienen in den gleichen Positionen weniger Geld als Männer.
Frauen werden überall auf der Welt tatäglich, sekündlich, vergewaltigt und wem wird die Schuld gegeben? Natürlich ihnen. Ist ja ihre eigene Schuld, wenn sie sich im Sommer keine schwarze Kutte anziehen und stattdessen einen Rock tragen. Ist ja ihre Schuld, wenn sie mal etwas Alkohol trinken. Ist ja ihre Schuld, wenn die Hormone der Männer verrückt spielen.
Frauen werden geschlagen, misshandelt, dürfen nicht eigenständig denken, müssen sich in manchen Kulturen ihren Männern und Familien unterwerfen.
Frauen dürfen in manchen Ländern immer noch nicht zur Schule gehen oder überhaupt Bildung genießen, Männer hingegen schon.
Frauen werden mit Unbekannten verheiratet. Im Alter von 12 Jahren.
Frauen werden missachtet.
Frauen werden nicht akzeptiert.
Frauen werden als „das schwächere Geschlecht“ bezeichnet.

Und es gibt Menschen, die das wirklich gut finden? Die das unterstützen? Sicherlich gibt es auch Männer, denen diese Punkte wiederfahren, aber die Quote spricht eine eindeutige Sprache. Frauen werden unterschätzt und grundsätzlich nicht als würdig genug empfunden, um gegen Männer anzugehen. Männer sind stark, Männer haben das Sagen im Haus, Männer entscheiden, wo es lang geht.

Leben wir immer noch im 15. Jahrhundert?

Muss es tatsächlich immer noch ein Streit- und Diskussionsthema sein, ob und was Frauen wann und wie tun und lassen?

Ein Beispiel:
Schaut man sich mal an, wie Frauen in den Medien dargestellt werden, und wie Männer in den Medien dargestellt werden.
Frauen sind meistens die erotischen Objekte, die, die ein perfektes Gesicht haben und glattrasiert sind.
Frauen müssen perfekt sein.
Frauen müssen mit ihren Reizen spielen.
Frauen sollen zeigen, was sie haben, damit Männer ihren Spaß haben aber oh Vorsicht, natürlich nicht zu stark aufreizend anziehen, weil sonst könnte es ja vielleicht passieren, dass doch eine Frau vergewaltigt wird. Ist ja normal und ihre Schuld. NATÜRLICH.
Männer hingegen sind die erfolgreichen Businesstypen im Anzug, die für Versicherungen und Strom werben, die zeigen „Hier bin ich, das bin ich, das kann ich, denn ich bin ein Mann und Männer sind das bessere und stärkere Geschlecht!“

Tut mir Leid, aber Menschen, die das unterstützen, sind für mich Dreck.

Frauen dürfen Pickel haben und Wachstumsrisse und Cellulite und Frauen dürfen schlank oder korpulent sein und sie dürfen tragen, was sie wollen und sie dürfen handeln und denken wie sie wollen, weil sie genauso einfach Mensch sind, wie Männer eben auch.
Und hey, ich weiß nicht, ob ihr's mitbekommen habt. Aber Frauen machen sich nicht für euch Männer schön, weil es euch einen Scheiß angeht, wie sie sich kleiden oder ob und wie sie sich schminken.
Wieso müssen sich Frauen überhaupt schminken, wieso muss es überhaupt ein Thema sein, dass sich Frauen mit Make-Up wohler fühlen? Wieso ist Natürlichkeit kein Thema mehr? Sicherlich gibt es immer noch genug Frauen, denen Schminke nicht gefällt, aber es lässt sich nicht bestreiten, dass sich mit den modernen Techniken der Make-Up-Welt so Einiges schöner schminken lässt und das ist doch wirklich traurig. Jetzt müssen sich Frauen schon schöner machen, weil sie sich sonst nicht attraktiv genug finden. Für Männer und für sich selbst.

Ich persönlich bin eine (junge) Frau, die so gut es geht auf Make-Up verzichtet. Ich hab mal unreine Haut, ich hab Wachstumsrisse, ich habe Stellen an meinem Körper, die mir nicht gefallen. Ich trage gerne Jeans und viel zu große Bandshirts und Nikes trage ich so lange, bis sie auseinander fallen. Aber das ist okay. Weil ich nicht perfekt bin und auch nicht perfekt sein möchte. Weil ich einfach ich sein und mich in meinem Körper wohlfühlen möchte und das wird mir in der heutigen Welt schon so schwer genug gemacht. Wenn ich stolz auf mich bin, bin ich arrogant, wenn ich etwas an mir auszusetzen habe, habe ich Komplexe oder „ich spinne nur rum“. Danke auch.
Es ist auch okay, wenn sich Frauen gerne schminken und Fotos von sich hochladen und gerne Ausschnitt und enge Tops tragen. Deswegen sind sie nicht gleich Schlampen.
Apropos, wer sagt überhaupt, was Schlampe ist und was nicht? Wieso sind Männer, die oben ohne und mit Shorts rumlaufen normal und Frauen, die im Bikini durch's Schwimmbad hüpfen und zeigen wollen, was sie haben, weil sie stolz auf sich und ihren Körper sind, gleich Schlampen und arrogant und von sich selbst überzeugt? Dann sollten sowohl Männer, als auch Frauen mit T-Shirt oder am besten sogar Pullover schwimmen gehen, vielleicht würden Menschen dann endlich aufhören sich aufzuregen.

Was ich sagen möchte ist einfach, dass Feminismus etwas ist, was JEDER MENSCH vertreten sollte. Es hat nichts damit zu tun, dass Frauen die Männer unterdrücken wollen, es hat etwas damit zu tun, dass Männer Frauen unterdrücken und das zur Normalität geworden ist, obwohl es das nicht sein sollte. Natürlich machen die mesiten dies nicht mit Absicht, aber es ist nun mal leider Fakt, dass sich Frauen den Männern untergeben fühlen und das ist definitiv nicht gut.

Feminismus bedeutet, dass man Gleichberechtigung anstrebt.
Frauen sollten als Menschen wahrgenommen werden und nicht als Objekte mit denen umgegangen werden kann, wie ihre Männer oder Väter oder Brüder oder sonst wer es für gut empfinden.
Frauen sollten tragen dürfen, was sie wollen ohne Angst haben zu müssen, dass sie verspottet oder gar vergewaltigt werden und dabei ist es egal, welche Größe oder welches Gewicht sie haben.
Frauen sollten auch mal nicht perfekt sein und sich hässlich fühlen dürfen, weil keine Frau auf diesem Planeten perfekt ist, weil Perfektion nicht definiert werden kann. Also ist ja, wenn man es mal so sieht, jeder Mensch perfekt.
Frauen sollten auch politisch und wirtschaftlich gleichgestellt werden, weil sie genauso hart, wenn nicht noch härter arbeiten, als Männer.
Frauen sollten einfach Frauen sein dürfen und Männer sollten Männer sein dürfen, die gleichberechtigt miteinander leben.

Ich finde, dass das Thema Feminismus ein sehr großes ist, über das man sich stundenlang aufregen könnte, weil es so viele unwissende Menschen da draußen gibt, die immer noch davon ausgehen, dass wir Frauen jetzt eine Revolution starten und die Männer stürzen wollen. Aber hey, auch Männer können Feministen sein und einfach mal die Rechte der Frauen unterstützen. Einfach, weil es selbstverständlich sein sollte, dass, egal welches Geschlecht, welche Hautfarbe oder Religion oder Sexualität ein Mensch hat – dass jeder Mensch als Mensch angesehen und als solcher behandelt wird.

Ich hoffe dieser Blogpost konnte die Unwissenden unter euch etwas aufklären!

Bis zum nächsten Post,

Vivi.


Roomtour 2017 in Blogpost-Form

Hi! Ich habe mir vor kurzem einen neuen Schreibtisch und ein neues Bücherregal zugelegt, weil ich einfach viel zu wenig Stauraum für m...